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Udo Jürgens Gastspiel
Am 3.Juni 2005 im Wiesbadener Kurpark :

Der Auftakt der lang erwarteten Udo Solo Show 2005. Wir waren da und haben es erlebt, hautnah und absolut klatsch nass. Darum hier mein Kommentar :

Zusammenfassung: enttäuschend

Udo Solo-Konzert in Wiesbaden 3.6.05

Es war etwas Besonderes, dieses Konzert heute Abend, denn so ziemlich einmalig kam pünktlich um 20.oo das angekündigte starke Gewitter.

Und es kam mit geballter Kraft und ohne Rücksicht auf die ca. 3000 Fans hinter dem Wiesbadener Kurhaus im offenen Kurpark.

Erst kam haufenweise Wasser, dann kam richtiger Sturm. So wurden die (an sich gut klingenden) Lautsprecher an den Stativkränen etwa in der Mitte der Zuschauerbestuhlung heruntergekurbelt, abgeschaltet und von nun an ward es bei uns da hinten Stille. Es waren ja nur die billigen 59 Euro Plätze.

Eine rücksichtslose Völkerwanderung samt aufgespannter Schirme setzte ein und die Zurückgebliebenen "Dummen" konnten weder etwas sehen noch Vernehmbares hören.

Udo versuchte zu trösten, konnte aber gegen den Donner nicht ankommen. Auch wir arbeiteten uns weiter Richtung Bühne vor, um überhaupt etwas von der Musik mit zubekommen. Aufgrund des nahezu andauernden Regens wurde die Pause (auf Wunsch eines Herrn hinter der Bühne) übergangen und es ging zügig dem Ende zu. Eine neben uns sitzende junge werdende Mutter (mit Kullerbauch) hatte Tränen in den Augen, denn Sie konnte nichts sehen, mußte Sie doch sitzen and alle versperrten ihr die Sicht. Sie hatte sich die 60 Euro lange abgespart, sagte sie.

Auch der Gitarrenspieler kam nicht richtig heraus, wurde aber Minuten lang gelobt, ich weiß nicht wofür. Das Ende und das Potpurri waren leider sehr bescheiden. Mir als Musikliebhaber und UDO Fan ist vor allem aufgefallen, Udo hat sich noch nie so oft verspielt und vergriffen wie heute. Manche Sessions waren einfach "vergeigt". Kommt so etwas im Alter ? (Udo war gerade 70 geworden.) Schade !

Am dürftigsten war dann das "Zugäbchen" am Ende im weißen Bademantel. Wir (wie auch die meisten der 3000) waren zumeist klatsch naß, hatten nicht unseren Eintritt zurückverlangt und wurden dürftigst abgespeist.

Das war sehr bescheiden für den großen Star. Er ist ein Star und eigentlich ist Udo dafür bekannt, daß er auf sein Publikum ein geht. Ich hatte dieses Konzert meiner besseren Hälfte zum 50. Geburtstag geschenkt. Am Ende hatte sie auch kleine Tränchen in den Augen, aber nicht vor Freude, sondern vor Enttäuschung. Denn auch für uns sind 125.- Euro immer noch 250.- Mark. Das war sehr sehr viel Geld für diesen verlorenen Abend.

Darüber sollte auch Udo Jürgen Bockelmann bzw. sein Veranstalter mal nachdenken.

Und jetzt ein beschämender Nachsatz:

Diese Kritik, noch am gleichen Abend gepostet, also taufrisch, ist im Forum von www.udojuergens.de nicht erschienen bzw. wurde wieder glöscht. Am Samstag um 18.oo war sie weg bzw. noch nicht da ??? Habe soeben die ersten "Kritiken" dort im Udo Forum gelesen. Das ist alles so weltfremd falsch bzw. regelrecht verdreht wenn nicht sogar ganz gezielt gelogen. So war es in der Realität nicht.

Es scheint mir, da wird ein Star von einigen Wenigen bewußt verklärt und gezielt hochgejubelt, wie wenn Pippi Langstrumpf die ersten Lieder von Heintje nachsingt und alle Omas dieser Welt Tränen in den Augen haben vor Rührung.

Zu den anderen weltfremden "Bewertungen":

Einige sprachen von fronetischem Beifall. Im Wiesbadener Kurier (heute vom Samstag dem 4.6.05) war der völlig geschaffte Udo mit einem nicht ganz so fotogenen Blick ganz groß auf der vordersten Titel Seite. Auch dort wurde in einem Zweizeiler überwältigender Erfolg attestiert.

War der Redakteur überhaupt dabei, frage ich mich ? Oder war der Text bereits am Freitag Vormittag im Satzsystem eingebracht worden ? Wir hatten im Wiesbadener Kurier schon mal solch einen komischen verlogenen Bericht über unser Wiesbadener Wilhelmstraßenfest gelesen, der überhaupt nicht mit der Realität überein stimmte.
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Während des Festes wurde man (bzw. Frau) so oft von unseren "multikulturellen" nicht seßhaften Mitbürgern angesprochen bzw. "angemacht" oder angebettelt, daß einem irgendwann jegliche Lust aus ging. Dann stapften wir damals um Mitternacht während des Feuerwerkes von einem Scherbenhaufen geborstener Sektflaschen zum nächsten Haufen. Kein Wort davon im Kurier, jedoch auf einer der letzten Seiten so ganz nebenbei, daß die Menge des Abfalles mehr als hundert Tonnen ausgemacht habe, deutlich mehr als bei Karnevalsumzügen mit einem Vielfachen der Besucherscharen.

Bin ich blind oder taub oder wird da etwas ungerechtfertigt beschönt, verklärt und hochgejubelt ?

Zurück zum Udo Konzert:

Meine Frau und ich standen dann etwa ab 20.20 unter den großen Platanen direkt auf den Treppenstufen an der Kurhaus-Terrasse von "Käfer´s" etwa im ersten vorderen Drittel der Zuschauerreihen und konnten so sehr genau feststellen, daß der gesamte hintere Bereich der verbliebenen klatschnassen (dummen?) Zuschauer (sitzend oder wie wir stehend) weder mitgesungen noch geklatsch und schon garnicht getobt hatte.

Das mag alles vieleicht für die ersten drei Reihen der 120 Euro Besucher gelten, die sowieso klatschen würden, selbst wenn Udo´s Flügel zusammen bricht (übrigens nicht der durchsichtige). Auch im Udo-Forum wurden völlig verklärte (kindische) Ansichten gepostet, die, wie bereits gesagt, zu 98% überhaupt nicht mit der Realität (und der Wahrheit) überein stimmten.

An sich war es schon eine Frechheit, die Lautsprechertürme im Zuschauerbereich abzuschalten und nicht das ganz Konzert abzubrechen. Die Vermutung liegt wirklich nahe, es ging sowieso nur um das liebe Geld.

Aber die Zuschauer sind scheinbar hart im Nehmen und werden auch nach dem fünften KO Schlag immer wieder zu den Konzerten dackeln. Bis sie vielleicht doch irgendwann aufwachen und die Nase voll haben.

Auf http://www.k7r.de/main-web/was-brauche-ich.htm habe ich bereits geschrieben, daß ich Udo sehr schätze als einen der wenigen echten großen Stars und daß ich seine Musik und Texte auch überaus schätze. Künstliches weltfremdes oder sogar verlogenes Gelobhudel mag ich hingegen überhaupt nicht.

Wir werden dennoch einen neuen Konzert-Versuch machen jedoch mit "Night of the Proms". Dort wird vorher geübt und dort wird sogar Kritik angenommen und verarbeitet. Könnte das als Vorbild dienen ?

Nachtrag vom Montag dem 6.Juni 2005 :

Wiesbadener Kurier Seite 28 im Feuilleton: Bezüglich der Berichterstattung des Kurier muß ich hier meine Meinung (erfreulicher Weise) komplett korrigieren.

Christina Qxfort war also wirklich dabei. Sie hat es ganz offensichtlich mit erlebt und war demnach genauso enttäuscht wie wir und viele andere auch. Auch sie stellt ganz deutlich und direkt die Frage :

"Udo, hast Du mal kurz überlegt, das Konzert abzubrechen ?"

Dieser etwa halbseitige ausführliche Bericht trifft die sehr getrübte Stimmung (Stimmung ? selbst die war eigentlich nicht vorhanden) recht genau wieder, wobei wir von den Buh-Rufen nichts mitbekommen hatten.

Ich kann dem nur hinzufügen :

Lieber UDO, als langjähriger Fan Deiner Musik und Deiner Lieder denk an Hans Joachim Kulenkampf und sein Credo:

Udo, Du mußt aufhören, wenn Du ganz oben bist.

Denn von da an geht es nur noch abwärts.
Und vor allen Dingen solltest Du aufhören, bevor man es Dir "nahe legt". Unser H. J. Kulenkampf hatte das beinahe hinbekommen.

Ist das so schwer ?

17.9.2005 Nachtrag: (Wiedergutmachung ??)
Heute Abend kam die Solovorstellung von Udo Jürgen mit dem Konzert vom 1. Juli 2005 vom Gendarmenmarkt in Berlin im ZDF mit dem Gitarristen und einem Konzert Spieler mit einem Fagott. Es war wirklich kein Vergleich zu dem obigen Konzert in Wiesbaden im Kurhaus.


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