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Sept. 2004 - Das Condor Sandwich

CONDOR - Unser Service ist der Unterschied.  So sagte es jedenfalls mal ein Condor Prospekt. "Als Tochter der renomierten Lufthansa liefern wir, Condor, nein, jetzt Thomas Cook (bzw. jetzt doch wieder Condor), im Charter- Flug- bereich den gleichen guten Service wie unsere Mutter- Gesellschaft."

Oh war das traurig, das wir am 6.September und am 17.September 2004 im Thomas Cook / Condor Flieger angeboten bekamen. Lesen Sie mal :

Und hier für das Condor Marketing die Flugdaten: Frankfurt Palma - Hinflug DE 1568 / Rückflug DE 5409

Die Condor Snack Story :

Als wir mit unserem Thomas-Cook Charter Flieger am 6. September 2004 so um 9.oo in Frankfurt/Main in Richtung Palma abgehoben hatten, wurden wir vom Kabinen Team (Cabin-Crew) freundlich begrüßt. Dann wurde ein Snack angekündigt. Bis dahin würden Getränke ausgegeben. So weit so gut.

Und dann kam er, der Snack. "Käse oder Schinken?"  Alleine die Frage war für mich so sonderbar, bis ich die weißen Papier Tüten der hübschen "Fritten- Verkäuferin" sah. Mit gequält künstlichem Lächeln verteilten die Stewardessen die Papiertüten billigster Bauart an die fragenden Gesichter der um mich herum sitzenden Passagiere.

Ich wählte Schinken, meine bessere Hälfte wählte Käse. Ui-ui-ui, was war das? War das die Art von Rayan Air Low-Cost Reste-Entsorgung von Mitarbeiter Hilfsverpflegung nach einer Bereitschafts-Nacht ?

Also, ich habe meinen Mund, so weit es ging, aufgerissen, um in das Riesen- Sandwich zu beißen. Man muß es ihnen lassen, das Sandwich war sicher groß, also hoch, dafür um so kürzer. Und es war sicherlich weit mehr als 12 Stunden alt, also richtig gummiartig weich, andere sprachen von besonders elastisch. Als alter "Sandwich Time" Mann kann ich das sicherlich beurteilen und auch beweisen.

Also, bei "Sandwich Time" hätte die Auslieferung einer solchen "Qualität" jeweils todsicher mit einer Prügelei am Eingang der diversen Firmen geendet.

Da es recht früh am Morgen war und zudem der Frankfurter Flughafen erstaunlich leer vor sich hin dümpelte (ja, es war sonderbar ruhig Morgens um 9.oo), dachten wir uns im Flieger nichts dabei und sprachen von einem Ausrutscher bzw. einem Engpaß. Kann ja mal passieren. Und, wie die meisten, schluckten wir gequält und kauten tapfer, bis es unten war.

Und dann kam der Rückflug am 17.September 2004 um 22.oo.
Genauso freundlich wie beim Hinflug wurde wieder ein Snack angekündigt und ich war plötzlich hell wach. Waaaaaas ???? Ein Snack ?????, schon wieder ???? Und dann kam sie, wir saßen ganz vorne und es war die Chef-Stewardess, die uns betreute. Sie lächelte uns an und war richtig lieb. Eine bewundernswerte Leistung nach bestimmt 8 oder mehr Stunden auf den Beinen und wieder gab es weiße Tüten. "Käse oder Salami ??" Schluck ...., also kein Ausrutscher auf dem Hinflug, das ist scheinbar NORMAL.

Mein Sandwich (Bild siehe oben) war wenigstens noch im Ansatz leicht cross, wenn auch wieder in der Höhe für großmäulige Vielfraße geeignet. Mein Joghurt war ein Fiasco Infernale eines bekannten weltweit operierenden Konzerns aus der Schweiz. Doch wir hatten in einem 4 Sterne Hotel 10 erholsame Tage verbracht und es gab  jeden Morgen, mittags und abends 3 leckere Sorten Joghurt sogar "Made in Spain". Also ich weiß eigentlich, wie Joghurt (deutscher und spanischer) normalerweise schmeckt. Dieser war Höchst, Aventis, Sanofi und Bayer/ BASF in einem einzigen kleinen Plastik Becher (siehe oben). Mein Nachbar beschrieb es etwas drastischer. "Er schmecke einfach ... "miserabel" ....... aber psssssst : er sagte scheisse"
So einfach ist das mit:

Genießen Sie jeden Augenblick.


Dann habe ich sie gefragt, die Chefin der Mannschaft, wer das denn verbrochen hätte. Leicht irritiert wand Sie sich mit geübter Routine aus der Affäre, es wären vom Top- Management Testflüge gemacht worden und "Mann" (es müssen also völlig verhungerte Männer gewesen sein) habe keine Einwände zurück bekommen. Ich habe gemerkt, es stimmte Sie traurig, sich für etwas "befragen" zu lassen, auf daß sie sicher keinen Einfluß hat.

Als ich dann mein Sandwich von allen Seiten fotografiert habe, mit Blitz natürlich, wurde es recht lebhaft um mich herum. Auch die Cabin Crew wurde schnell wieder aufmerksam. Man habe es so oft nach oben durchgereicht und sich die Finger wund geschrieben, aber es passiere nichts. Ihre Meinungen seien nicht gefragt. Ich habe dann noch mal nachgefragt, ob es ihnen nicht peinlich sei, wie ein Pommes- Verkäufer (die Tüten sahen halt zu billig aus) durch den Flieger zu spazieren und als hochqualifizierter Müllsammler den Restmüll wieder einzusammeln ?

Soooo ????? Es passiert also nichts ??????
Na, das können wir doch leicht ändern.


Also, ich lebe noch, die anderen auch noch, kann ich aber nicht kontrollieren, lebend ausgestiegen sind sie scheinbar alle. Mit einigen haben wir uns angefreundet und werden den Kontakt halten.

Mein Kommentar

Der Kommentar der Passagiere variiert von höflicher Umschreibung wie "peinlich" bis "absolute Frechheit", was sich Thomas Cook respektive (jetzt doch wieder) Condor da leistet. Jetzt hat der Laden doch schon immense Ertrags Probleme. (Auf dem Hinflug stand es gratis in der FAZ.) Und jetzt werden die letzten Kunden auch noch so "verarscht" (Entschuldigung, aber das feine hochdeutsche Gerede scheinen die da oben doch nicht zu verstehen).

Wir jedenfalls hatten ganz gezielt über Thomas Cook gebucht (und es war bestimmt mehr als 100 Euro teurer pro Person - siehe auch ganz unten), weil der Service sich von Rayan Air "besonders" abheben sollte. Das ist also die bittere Erfahrung. Es ist trotzdem schlimm geworden, also nix mit "Geniessen Sie jeden Augenblick".
(Und es stimmt, bei den sonst immer so steifen Finanz-Buchhaltern gibt es eine verblüffende Eselsbrücke für Anfänger : Debitoren stehe für die Deppen, also für die Kunden).

Also, verehrte Condor Manager,

das Umbenennen zu Thomas Cook und dann ganz schnell wieder zurück, das bringt es nicht. Und wenn dann solch eine völlig überflüssige Namensänderung mit zig Millionen Euro von Kosten (also eine typische idiotisch- dilettantische Fehlentscheidung von ganz oben) auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wird (laut Frankfurter Rundschau kostet das Umlackieren eines einzigen Fliegers mehrere hunderttausend Euro), kein Problem, wir buchen auch wieder woanders und dann fliegen wir eben doch Rayan Air oder Air Berlin oder die russischen "Never Come Back" Airlines. Ihr seid ja doch nicht besser. Das Internet machts möglich.

Ihr solltet jetzt mal die Kunden der letzten Zeit anschreiben, die Adressen habt Ihr ja alle und Besserung geloben und auch einführen. Sonst brauchen wir Euch nicht mehr und dann macht den Laden lieber gleich ganz zu.

Nach drei bitteren Erfahrungen mit Liliputaner-Sitzen haben wir zum Beispiel gesagt:
Nie wieder Hapag Loyd !
Und wir halten uns auch dran. Mit denen fliegen wir nicht mehr. Müssen wir auch nicht. Da kommen dann neue Airlines. Und wir haben auch mitbekommen, daß die sich auch umbenannt haben. Nur, so blöd sind wir nicht mehr.

Gert Redlich
Wiesbaden

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Ein Nachtrag vom 21.9.04 um 22.30

Haben Sie im ARD Magazin "Plus-Minus aus Stuttgart" gesehen, wie insbesondere die Thomas Cook Reisebüros (es war eines aus Mainz) die Kunden mit der Flug-Ticket Service-Pauschale abzocken ? Abenteuerlich und frech zugleich wird dopelt kassiert. Ein ganz dickes MINUS.

Also, ihr Thomas Cook / Condor Manager, tut was und macht den Laden wieder transparent und ehrlich und fair (also redlich) wie in alten Zeiten. Wir Kunden sind nicht ganz so blöd wie Ihr denkt.

Nachtrag per E-Mail von einer Flugbegleiterin anonym eingetrudelt :

Sie sollten mal sehen, wie appettitlich zweieinhalbjährige Kinder so ein Sandwich zerfleischen. Man munkelt, einige Passagiere wären sogar freiwillig aus 10.000 Meter Höhe abgesprungen, um diesem Inferno zu entgehen ( jedenfalls wenn die Türen aufgegangen wären ).


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